Mehrwegbecher vs. Einwegverpackung in der Praxis

Ein Gespräch mit Henry Forster, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebs GOA

Die ReUse Summer School geht in die nächste Woche: Heute mit uns im Gespräch, Henry Forster, der uns interessante Einblicke in die Abfallentsorgung einer deutschen Gemeinde gibt und verrät warum Mehrweg(-produkte) ein Mehrwert sind.

Hallo Herr Forster, schön, dass wir heute mit Ihnen im Rahmen unser ReUse Summer School und ganz speziell über Ihre Erfahrungen mit Einwegmüll und einem verantwortungsvollen Umfang mit unseren Ressourcen sprechen können. Was ist denn Ihr aktueller Eindruck bezogen auf Einwegmüll vor dem Hintergrund der Entwicklungen und Maßnahmen rund um die Covid 19 Pandemie?

Im Gespräch mit Henry Forster Geschäftsführer GOA

Henry Forster, Geschäftsführer GOA mbH, mein Lieblingsmehrwegprodukt ist mein neuer CafeCup

Generell sind die Mengen an gewerblichem Abfall zurückgegangen, dafür ist das Müllaufkommen in Privathaushalten deutlich gestiegen. Gründe dafür sind, dass viele Arbeitnehmer Corona bedingt im Homeoffice sind. Wenn man mehr Zuhause ist, produziert man automatisch mehr Abfall. Außerdem werden derzeit durch die Hygieneauflagen mehr Einwegprodukte genutzt – Masken, Einweghandschuhe, Hygienepapier etc..

Ihr Unternehmen übernimmt das Abfallmagement im Ostabkreis in Baden-Württemberg. Welche Rolle spielt denn in der täglichen Arbeit Ihrer KollegenInnn die Menge von Einwegverpackungen wie bspw. Pappbecher, Essensverpackungen oder auch die aktuellen Schutzmasken und Handschuhe?

Eine große Rolle, denn bei uns wird der gewerbliche Abfall nicht einfach verbrannt. Bereits seit dem Jahr 2005 produzieren wir in unserer Gewerbeabfallaufbereitungsanlage (GAA) aus Abfällen Ersatzbrennstoffe für die Zementindustrie. Die GAA auf der Entsorgungsanlage Ellert erfüllt bereits seit ihrer Inbetriebnahme alle seit 1. Januar 2019 geforderten technischen Mindestanforderungen für Vorbehandlungsanlagen (Anlage zu § 6 Abs.1 Satz 1 Gewerbeabfallverordnung) und ist damit die Einzige ihrer Art in Ostwürttemberg. Aus zwei Tonnen Gewerbeabfall wird durch die Behandlung in der Aufbereitungsanlage ungefähr eine Tonne Brennstoff gewonnen.

Dennoch verfolgen wir als Entsorger das uneigennützige Ziel der Müllvermeidung und der richtigen Verwertung von Abfällen. Selbst in unserem eigenen Haus hinterfragen wir jeden Müll der anfällt und sorgen dann für eine fachgerechte Verwertung.

Verpackungsabfall in Europa

Deutschland ist Europameister

Deutschland 218 kg
Frankreich 185 kg
Österreich 150 kg
Schweden 108 kg

Die GOA ist ja ein Vorreiter in Puncto Mehrwegverpackungen und hat bereits Ende des letzten Jahres Mehrwegbecher für alle MitarbeiterInnen eingeführt. Konnten damit die Einwegbecher bei Ihnen im Unternehmen vollständig verdrängt werden? Wie kommen die Becher im Alltag an?

Die Resonanz war durchweg positiv. Die Einwegbecher konnten wir leider noch nicht ganz abschaffen. Uns besuchen täglich viele externe LIeferanten auf unseren Anlagen, die gerne noch auf das Einwegsystem zurückgreifen. Jedoch haben wir neue Kaffeeautomaten aufstellen lassen, die den Kaffeebezug aus der eigenen Tasse bezuschussen. Durch aktive Bewerbung dieses Systems werden wir daran arbeiten, dass künftig noch weniger Einwegbecher verwendet werden.

Das waren super interessante Einblicke und gerade die GOA mbH sollte vielen anderen Unternehmen als Vorbild dienen. Zum Abschluss noch drei ganz kurze Speed-Dating-Fragen:

Tee oder Kaffee? Und wie trinken Sie ihn am liebsten?

Kaffee, meiner kommt schwarz aus dem Kaffeevollautomat. Dabei lege ich großen Wert auf den Geschmack und die Qualität.

Welche Mehrwegverpackung für unterwegs sollte noch erfunden werden?

Pizzakartons. Unzählige werden in Deutschland täglich weggeworfen und diese können aufgrund Ihrer Verschmutzung oft nicht recycelt werden.

Ihre Vision / Ihr Wunsch für eine nachhaltigere und fairere Welt?

Mein Wunsch ist, dass Ressourcen noch effizienter genutzt und wieder in den Umlauf gebracht werden können. Die Kreislaufwirtschaft hat in der Gesellschaft noch nicht den Stellenwert, den sie verdient.

Folge dem guten Beispiel der GOA

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